Zecken vermeiden und entfernen

Zecken lassen sich meist dort antreffen, wo sie große Erfolgsaussichten haben, von einem Wirt mitgestreift zu werden: Grashalme, Blätter, Sträucher. Folglich tummelt sich eine besonders große Schar der Blutsauger am Weges- und Waldesrand. Hier erfahren Sie, welche Gefahr von Zecken ausgeht und wie sie richtig entfernt werden können.

Zecken entdecken und vermeiden

Wer sich – auch für kurze Zeit – in hohem Gras, am Weges- oder Waldesrand aufgehalten hat, sollte seinen Körper nach Zecken absuchen. Lassen Sie Sorgfalt walten, denn die Nymphen der Zecken sind gerade mal 1,5 Millimeter groß. Eine Zecke wird in der Regel nicht sofort am erstbesten Ort zubeißen, sondern sich erst einen dunklen und warmen Ort suchen. Somit müssen nicht nur die freiliegenden Körperpartien untersucht werden. Um es den Zecken einigermaßen schwer zu machen, sollten Sie die Angriffsfläche verringern. Lange Hosen und Ärmel sind ebenso sinnvoll wie feste Schuhe.

Zecken entfernen

Erst einmal gilt der Grundsatz, dass eine Zecke sofort nach der Entdeckung entfernt werden sollte. Logischerweise ist so die Wahrscheinlichkeit geringer, sich Erkrankungen (wie FSME) zuzuziehen. Als sinnvoll und effektiv hat sich die Entfernung mit einer schmalendigen Pinzette erwiesen. Wichtig ist es, die Zecke nicht am Körper anzufassen, da man so den Leibesinhalt in die Blutbahn des Wirtes drängen würde. Man setzt die Pinzette somit am Kopf an und zieht die Zecke gerade heraus. Früher hieß es häufig, man solle die Zecke herausdrehen. Das sollte vermieden werden, da der Sauger kein Schraubgewinde besitzt und im schlechtesten Fall den Kopf aufgrund der widernatürlichen Drehbewegung im Wirt belassen würde. Die Folge wären Entzündungen an dieser Stelle. Verzichten Sie außerdem unbedingt darauf, die Zecke mit heißem Öl oder Kleber zu übergießen. Die Zecke würde sich vor ihrem Tod übergeben und die Blutbahn erst recht mit Krankheitserregern versorgen.

Zecken übertragen Krankheiten

Grundsätzlich können Zecken durch das Anzapfen des Blutkreislaufs sowohl Viren als auch Bakterien und Einzeller übertragen. Im Fokus des medizinischen Interesses stehen dabei vier gefährliche Krankheitserreger. Die bekannteste Krankheit dürfte dabei die so genannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sein. Dabei handelt es sich um eine Hirnhautentzündung, die zu Lähmungen, Hirnschädigungen und Veränderungen der Psyche führen kann. Gleiches gilt für die Lyme-Borreliose. Von FSME ist insbesondere Bayern betroffen. Deshalb weist das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zahlreiche Regionen als Risikogebiete aus. Neben den beiden genannten Krankheiten können Zecken auch die Ehrlichiose übertragen. Die Ehrlichiose-Bakterien greifen die Blut-Abwehrzellen an. Die Folgen sind Schmerzen (Kopf, Rücken, Muskeln), Fieber und Erbrechen bzw. Übelkeit. Gliederschmerzen verursachen hingegen die seltenen Babesien. Babesiose kann zugleich die Funktion der Niere beeinträchtigen.

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